Gaming PC

Gaming PC zum selber bauen

 

Was liegt einem eingefleischten Informatiker näher als sich seinen PC selbst zusammen zu bauen :). Genau das haben wir uns auch gedacht und haben uns einige Gedanken zum PC gemacht. 

Leistung sollte er haben, auf dem aktuellen Stand der Technik sollte er sein und - zugegebenermaßen - schön sollte er natürlich auch aussehen.

 

Wir haben uns relativ schnell für folgende Komponenten entschieden:

  • Intel Core i5-6600k (zum übertakten geeignet)
  • 16 GB Arbeitsspeicher
  • 512 GB SSD
  • Geforce 1070 GTX 8 GB

 

Das waren unsere groben Eckbausteine, mit denen kann man generell schon mal etwas anfangen. 

Ab diesem Zeitpunkt wurde es wirklich interessant. Welche Hersteller sind in diesem Segment empfehlenswert? Welches Mainboard brauchen wir, damit alles einwandfrei zusammen passt? Was für einen CPU Lüfter nehmen wir (das wurde später noch zum Problem)? Welche SSD sollte es werden? Wie viel Strom brauchen unserem Komponenten denn? Und zum Schluss: In welchem Gehäuse ist für alles genügend Platz?

 

Die Auswahl

Beim Prozessor gibt es eigentlich nichts zu überlegen. Der i5 mit 3,5 Ghz ist der optimale Kandidat für's Gaming - mehr als ausreichend. Die "k" Variante kann je nach Einstellung noch etwas an Leistung aus ihm herauskitzeln. Generell: Je mehr Leistung man herausholen will, desto besser muss die Kühlung sein!

Der Arbeitsspeicher hat uns auch nicht lange aufgehalten. Wir haben uns für den Corsair Vengeance LPX DDR4 16 GB entschieden, bestehend aus 2 8 GB Riegel für den DualChannel Betrieb. Die Qual der Wahl hat man bei der Taktfrequenz. Eigentlich wollten wir richtig klotzen statt kleckern. Die Wahl wäre auf mind. 3.000 Mhz Taktfrequenz gefallen. Wenn man es nüchtern betrachtet, macht dies aber wenig Sinn, da der Prozessor nur max. 2.133 Mhz für den Arbeitsspeicher unterstützt. Der Geldbeutel freut sich :).

Bei der SSD dachten wir, okay, einfaches Spiel - bis wir auf die Samsung SSD 960 Pro gestoßen sind. Diese wird direkt auf dem Mainboard über den M.2 Anschluss angeschlossen und bietet bis zu 3,5 GB pro Sekunde! Die musste es unbedingt sein. NUR: haben wir die Rechnung nicht mit dem Hersteller gemacht - Liefertermin unbekannt. Laut unseren Informationen erst im Januar wieder lieferbar. Das gab uns einen kleinen Dämpfer, hat uns aber nicht die Lust verdorben. Wir nehmen vorerst mit einer Samsung SSD 850 pro vorlieb. Aber um die 960 Pro später nachrüsten zu können, muss das Mainboard entsprechende Anschlüsse verbaut haben - vorgemerkt für die Mainboardauswahl.

Bei der Grafikkarte gibt es einige gute Hersteller, nur welchen nehmen? Wir haben uns einige Benchmarks angesehen und viele Foren durchkämpt. Unsere Wahl ist letztlich auf die Gainward Geforce 1070 GTX 8 GB Phoenix GS gefallen. Diese bittet Übertaktungsmöglichkeiten und mit unter eine der höchsten Taktfrequenzen bei diesem Chip. Es gab bei der Bestellung ein paar Lieferengpässe, aber als hätte uns jemand erhört, war sie am nächsten Tag schon wieder auf Lager :) - ein Glück für uns.

Da wir die Eckbausteine haben, konnten wir uns jetzt um ein geeignetes Mainboard kümmern. Im Hinterkopf steckt noch die Erweiterung für die Samsung 960 Pro, also muss es mind. einen M.2 Anschluss haben. Prozessor (Skylake 1151 Sockel) und Grafikkarte sind zum Übertakten ausgelegt, also muss dies auch unser Mainboard unterstützen. Für den Arbeitsspeicher müssen DDR4 Steckplätze zur Verfügung stehen und die Taktfrequenz sollte mind. 2.133 Mhz betragen. Wir sind dann auf das MSI Z170a Gaming M5 ATX (Formfaktor) Mainboard gestoßen. Es bietet vier DDR4 Steckplätze für den Arbeitsspeicher. Mehrere PCI und PCIExpress Steckplätze sowie die von uns gewünschten M.2 Anschlüsse in doppelter Ausführung. Der aktuell neueste USB3.1 Anschluss wird ebenso unterstützt, wie auch 7.1 Audio und 6 Sata 3 Anschlüsse. Die Garantie von 3 Jahren ist auch nicht zu verachten. Der Preis liegt etwas höher als ein für unsere Konfiguration notwenidges Mainboard, sind aber von der Leistung sehr überzeugt. 

Wenn die Hauptkomponenten alle feststehen, geht's ans Netzteil. Man sollte sich vorher die max. Stromaufnahmen der jeweiligen Komponenten ansehen und addieren. Ein kleiner Puffer schadet ebenfalls nicht, weil der PC ja flexibel erweiterbar ist. Dem Netzteil sollte man auf jeden Fall hohe Aufmerksamkeit widmen. Ein billiges Netzteil kann die komplette Hardware mit Stromschwankungen im PC schrotten! Lieber hier etwas mehr Geld ausgeben und auf die Zertifizierungen achten wie z.b. 80 Plus Gold. Das ist die Zertifizierung für den Wirkungsgrad. Wir haben uns für das Corsair RMx Series RM650x mit 650 Watt entschieden

Das Mainboard gibt mit seinem Formfaktor das Gehäuse vor. Jedoch ist das weniger eine Einschränkung wie es sich zunächst anhöhrt. Beim Gehäuse haben wir uns nicht viel dabei gedacht. Es sollte genügend Möglichkeiten haben, Lüfter einzubauen. Unsere Vorstellungen: Lüfter an der Rückseite, Vorderseite und oben für den besseren Abzug. Ein bisschen leuchten sollte es auch, schließlich darf man ruhig sehen, dass wir den selber zusammengebaut haben. Wir hatten dann auch schnell eines gefunden, welche die Kriteren erfüllt. Wichtig ist noch auf die Länge der Grafikkarte zu achten. Dies kann unterumständen ziemlich eng werden, je nach dem wo die Festplatten verbaut werden. Gehäuse abgehakt, nächster Punkt CPU Lüfter.

Was kann denn schon so schwer sein, einen CPU Lüfter inkl. Kühler für die Konfiguration zu finden? Dachten wir uns auch. Wir haben uns mehrere angesehen und peinlichst genau darauf geachtet, wie viel Luft er pro Minute bewegen kann. Die Lautstärke dabei war uns noch wichtig, da keiner einen PC neben sich stehen haben will, der einem startenden Airbus das Wasser reichen kann. An eine Wasserkühlung haben wir nur kurz gedacht. Wir haben nicht vor den PC extrem zu übertakten und wenn es denn nicht unbedingt sein muss, hat "Wasser" in einem PC nichts verloren - Elektronik und Wasser beißen sich, habe ich irgenwann mal in der Schule gelernt :). Und jetzt sind wir an einem Punkt, an dem viele vielleicht nicht denken - die Lüfterhöhe! Für einen Gaming PC braucht man schon einen ordentlichen Lüfter. Der Kühlkörper dazu ist aber relativ hoch. Demnach kann es passieren - sollte man die Lüfter/Kühlerhöhe nicht beachten - dass der Deckel vom Gehäuse nicht mehr geschlossen werden kann. Ganz wichtig: Bei jedem Gehäuse wird die Lüfter/Kühlerhöhe angegeben. Peinlichst darauf achten, dass das Gehäuse breit genug dafür ist. Kabel lassen sich "reinquetschen", der Kühler nicht!

 

Lieferung/Zusammenbau 

Die Tage der zwei Lieferungen kamen und wir waren schon sehr heiß darauf, endlich loslegen zu können. Alle Verpackungen wurden geöffnet und quer im kompletten Flur verteilt. An erzeugtem Müll hat es uns nicht gefehlt. Wir haben uns einen geeigneten Platz gesucht, um den PC ordentlich zusammen zu bauen. Es empiehlt sich eine Anti-Statische Matte zu verwenden. Schließlich wird hier ein Gaming PC mit hochwertigen und teuren Komponenten verbaut!

Zuerst haben wir uns das Mainboard geschnappt. Darauf oder besser gesagt darunter haben wir uns die Plattform für den CPU-Lüfter geschaffen. Bevor wir den Lüfter jedoch komplett auf das Mainboard montieren konnten, muss die CPU eingesetzt werden. Dabei gilt es genauestens darauf zu achten, wie dieser einzusetzen ist. Eine Markierung zeigt die richtige Richtung an. Danach wird der Kühlkörper und die CPU dünn mit der mitgelieferten Wärmeleitpaste "beschmiert". Die Wärmeleitpaste sorgt für die perfekte Wärmeableitung der CPU in den Kühlkörper. Danach wird dieser auf die CPU gesetzt und verschraubt. Der mitgelieferte Lüfter wird am Kühlkörper angebracht und am Mainboard angeschlossen. Der Arbeitsspeicher kann zu diesem Zeitpunkt ebenfalls bereits am Mainboard montiert werden. Im Anschluss müssen im Gehäuse die kleinen Verschraubungen für das Mainboard noch richtig platziert werden. Sobald das passiert ist, kann das Mainboard mit CPU, Kühler und Arbeitsspeicher vorsichtig in das Gehäuse gebaut werden. Die vorgefertigten Löcher müssen genau mit den kleinen Verschraubungen übereinstimmen. Dann kann das Mainboard auch schon mit dem Gehäuse verschraubt werden. Die nächsten beiden Schritte sind ein Sparziergang. Das Netzteil hat im Gehäuse seinen festen Platz, auch die Laufwerke sind an den dafür vorgesehen Stellen zu verbauen. Je nach Gehäuseart müssen diese verschraubt oder gesteckt werden. Sollten Gehäuselüfter vorhanden sein, können diese jetzt auch schon mit dem Mainboard verbunden werden. Zum Schluss wird dann die Hauptkomponente jedes Gaming PCs verbaut - die Grafikkarte. Die Grafikkarte braucht mit dem CPU Kühler am meisten Platz. Hier sollte man sehr vorsichtig vorgehen, da die Grafikkarte auch die teuerste Komponente in einem Gaming PC ist/sein kann. Am Gehäuse kann man für die einzelnen Steckkarten hinten jeweils ein kleine Belch rausnehmen. In unserem Fall belegt die Grafikkarte 3 Steckplätze, benötigt für die Anschlusse am Monitor aber nur zwei Plätze. Da der Steckplatz am Mainboard im Verhältnis zur Grafikkarte relativ klein ist, kann es schon sehr unübersichtlich werden, ob man genau trifft oder nicht. Deswegen ist hier hektig komplett Fehl am Platz. Die Grafikkarte gehört "nur" in den PCIExpress anschluss gesteckt. Mit leichtem Druck auf die Grafikkarte rutsch sie in den Steckplatz. Bei den "großen" Grafikkarten gibt es meistens noch einen extra Stromanschluss, der sie mit der entsprechenden Portion Strom versorgt.

Komponenten Komponenten2

 

Verkabelung

Je nach dem, welcher Typ man selber ist, machts mancher sauberner, manch einer eher schlampiger. Wir haben uns natürlich für den saubernen Weg entschieden und versucht, die Kabel so günstig wie nur möglich zu legen, ohne dass sie zumindest im Vordergrund großartig sichtbar sind bzw. rumliegen. Das kann schon mal längere Zeit in Anspruch nehmen. Wir finden, die Zeit muss man sich einfach nehmen, da man hinterher beim Komponentenwechsel weniger Probleme bekommt. 

Wenn man ein Netzteil mit Kabelmanagement gekauft hat, hängen zumindest nicht unnötige Kabel lose herum. Es wird nur das am Netzteil angeschlossen, was auch wirklich gebraucht wird.

 Zum Schluss werden noch die Kabel für das Gehäuse (Ein-/Ausschalter, LED, USB) an das Mainboard angeschlossen. Hier ist es nötig das Handbuch zum Mainboard parat zu haben, damit alles richtig angeschlossen wird. Je nach Mainboard ist es direkt am Anschluss beschrieben bzw. muss das Handbuch herhalten. 

Es empfiehlt sich beim ersten Einschalten die seitlichen Wände noch offen zu lassen, da es passieren kann, das der PC nicht gleich anspricht, weil irgend ein Kabel nicht 100% sitzt. In unserem Fall sprang er gleich an. Das Licht an der Grafikkarte leuchtet grün auf und die Gehäusebeleuchtung ging sofort an. Alle Lüfter drehten sich in die richtige Richtung und alle Anschlüsse waren funktionsbereit. 

Zusammenbau1 Zusammenbau2

 

Fazit

Nach der Windowsinstallation haben wir den PC getestet. Die Leistung ist mehr als ausreichend. Die Spiele laufen sehr flüssig und in höchster Qualitätsstufe. Zusammenfassend hat sich der Kauf gelohnt. Beim Selbstbau sind eben nur die Komponenten von den Herstellern verbaut, die ich auch haben will. Man kommt auf jeden Fall günstiger weg, als würde man einen PC fertig zusammen gebaut aus dem Laden kaufen. Man sollte etwas technisches Verständnis mitbringen. Wenn man das als "Leihe" noch nie gemacht hat, lässt man sich am Besten von jemanden mit Erfahrung helfen, damits dann beim nächsten mal klappt :).

Fertig2 Fertig3

Fertig1

 

Wenn wir euch jetzt auf den Geschmack gebracht haben sollte, einen PC selbst zusammen zu bauen, dann nur los. Es macht auf jeden Fall riesig Freude. Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, immer her damit. Entweder auf unserer Facebookseite oder direkt an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Wir helfen euch gerne kostenlos weiter. Solltet ihr euch nicht sicher sein, ob gewissen Komponenten gut zusammen spielen, dann gebt uns einfach Bescheid.

 

Viel Erfolg beim selber bauen!

 

euer OfferPoint-Team

Max & Dominik

 

Folgende Komponenten sind verbaut worden:

CPU: Intel Core i5-6600k

CPU Kühler: Thermalright Macho Rev.B 

Arbeitsspeicher: Corsair Vengeance LPS DDR4 16 GB 2.133 Mhz

Mainboard: MSI Z170a M5 Gaming

Netzteil: Corsair RMx Series RM650x

Grafikkarte: Gainward GeForce 1070 GTX 8 GB Phoenix GS

Gehäuse: Aerocool DS230 (schwarz)